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Requiem in D und Officium Defunktorum – Werke von Jan D. Zelenka

Bernrainstrasse 10, 8280 Kreuzlingen

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Requiem in D und Officium Defunktorum – Werke von Jan D. Zelenka

9. Oktober

Jan D. Zelenka, Requiem in D ZWV 46 und Officium Defunctorum ZWV 47

Der Oratorienchor bringt zwei grandiose Trauermusiken von Jan D. Zelenka (1679-1745) zur Aufführung – „geschrieben, oh Schmerz! für die Exequien meines Herrn, den allerdurchlauchtigsten Königs von Polen, des Kurfürsten von Sachsen, Friedrich August“, wie der Komponist 1733 notiert. Den Anfang machen Auszüge aus dem imposanten Officium Defunctorum ZWV 47, einer Reihe von Stundengebeten aus dem Nachtgebet der Mönche zu Ehren der Verstorbenen. Im Wechsel zwischen Lesungen (Lectiones) und Antwortgesängen (Responsorien) entsteht hier ein beeindruckendes Spiel zwischen Solisten und dem Chorus, das bis ins antike Theater zurückweist. Während die Lectiones von der Bedürftigkeit des Menschen vor Gott angesichts des Todes handeln, klingt in den Responsorien auch die Hoffnung auf Erlösung an. Einzelne Stellen mit einstimmigem Choralgesang betonen derweil in ihrer mittelalterlichen Schlichtheit die Inständigkeit der Fürbitte. Das folgende Requiem in D ZWV 46 gehört zu Zelenkas bemerkenswertesten Leistungen überhaupt. August der Starke, Erbauer des Dresdner Zwingers und einer der großen Kulturförderer der Barockzeit, war für seinen Hang zum Prunk bekannt. Zelenka hat dies in Tonart, Besetzung und Charakter seines in den instrumentalen Farben, aber auch stilistisch und satztechnisch ausserordentlich reichen Requiems aufgegriffen. Immer wieder mischen sich festlich beschwingte, zuversichtliche Klänge in die trauervolle, innige, manchmal düstere Musik und lassen die Erinnerung an den alten Glanz aufleben. So wird das Requiem über das Totengedenken hinaus zur berauschenden Verherrlichung des barocken Menschen, und zum Vorzeichen seiner Auferstehung. Das ‚Lux aeterna’ ist stärker als der Tod.

Chorkonzert mit dem Oratorienchor Kreuzlingen und dem Bodensee-Barock-Orchester
Kathrin Hottiger, Sopran | Lydia Segura, Alt | Sascha Litschi, Bariton
Christian Bielefeldt, Leitung

 


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